Dein Google Business Profile für KI-Suche optimieren: Was jetzt zählt
Google Business Profile war für klassisches SEO wichtig. Für KI-Suche — Google AI Overviews, lokale ChatGPT-Empfehlungen — gelten andere Regeln. Was sich geändert hat und welche Felder jetzt entscheidend sind.

Meinungsstück — Erfahrung aus eigenen Projekten, keine repräsentative Messung.
Google Business Profile war für den lokalen 3-Pack in Google Maps und für das Seitenleisten-Panel wichtig. Das stimmt noch. Aber es gibt eine zweite Dimension, die die meisten Unternehmen noch nicht berücksichtigen: das Google Business Profile ist eine der wichtigsten Datenquellen für Google AI Overviews.
Wenn jemand Google fragt "Welche Hautärztin in München-Schwabing ist empfehlenswert?" — bekommt er zunehmend eine KI-generierte Antwort statt einer Liste. Diese Antwort speist sich aus dem, was Google über lokale Unternehmen weiß. Und ein großer Teil dieser Information kommt aus dem Business Profile.
Was früher als "nice to have" galt — vollständige Beschreibung, seeded Q&A, aktuelle Fotos — ist heute ein direktes Sichtbarkeitssignal.
Die Felder, die für KI-Suche am meisten zählen
Unternehmensbeschreibung
Das ist das meistunterschätzte Feld im Business Profile. Die meisten Beschreibungen klingen wie Werbetexte: "Wir sind ein erfahrenes Team aus leidenschaftlichen Fachleuten."
Das liefert einer KI nichts Verwertbares.
Eine Beschreibung, die für KI-Suche optimiert ist, beantwortet klar: Was machst du? Für wen? Wo? Was ist dein Spezialisierungsprofil?
Schlecht: "Ihre kompetente Steuerkanzlei in München. Wir beraten Sie professionell in allen Steuerangelegenheiten."
Gut: "Steuerberatung für Selbstständige, Freiberufler und GmbHs in München-Maxvorstadt. Schwerpunkte: Jahresabschluss, Lohnbuchhaltung, GmbH-Gründung und Einkommensteuer für Freiberufler. Termine auch online."
Die zweite Version gibt einer KI konkrete Fakten, die sie in einer Empfehlung verwenden kann.
Kategorie und Unterkategorien
Die primäre Kategorie bestimmt, für welche Anfragen dein Unternehmen überhaupt als Kandidat in Frage kommt. Unterkategorien präzisieren das.
Wähle die spezifischste verfügbare Hauptkategorie — nicht die allgemeinste. "Fachanwalt für Arbeitsrecht" ist besser als "Rechtsanwalt". "Kieferorthopäde" ist besser als "Arzt".
Nutze Unterkategorien, um Spezialisierungen abzubilden. Eine Zahnarztpraxis, die auch implantologische Behandlungen anbietet, sollte beide Kategorien haben.
Services (Leistungen)
Das Services-Feld im Business Profile wird von vielen Unternehmen gar nicht ausgefüllt. Es ist eines der wertvollsten Felder für KI-Sichtbarkeit.
Trage nicht "Allgemeine Beratung" ein. Trage konkrete Leistungen ein: "Kündigungsschutzklage", "Mietrecht München", "Aufhebungsvertrag prüfen". Jede einzelne Leistung erhöht die Wahrscheinlichkeit, bei einer spezifischen Anfrage empfohlen zu werden.
Für eine Arztpraxis: "Vorsorgeuntersuchung Kassenpatienten", "Stressecho", "Langzeit-EKG" — nicht nur "Kardiologie".
Fragen und Antworten (Q&A)
Das Q&A-Feld im Business Profile ist meistens leer — oder gefüllt mit Fragen von Fremden, die ohne Antwort geblieben sind.
Das ist eine verpasste Chance. Google nutzt das Q&A-Feld als Quellenformat für KI-Antworten — ähnlich wie FAQPage-Schema auf der Website. Du kannst selbst Fragen stellen und beantworten. Nutze das.
Welche Fragen stellen potenzielle Mandanten, Patienten oder Kunden am häufigsten, bevor sie sich entscheiden? Beantworte genau diese Fragen, konkret und vollständig.
Beispiele für eine Münchner Anwaltskanzlei:
- "Was kostet eine Erstberatung?" → Konkrete Antwort mit Preisrahmen
- "Bieten Sie auch Online-Beratung an?" → Ja/Nein, mit Details
- "Welche Fachgebiete decken Sie ab?" → Konkrete Liste
Fotos: Aktualität ist ein Sichtbarkeitssignal
Google wertet die Aktualität von Fotos als Signal für eine lebende, gepflegte Präsenz. Ein Business Profile, das zuletzt vor zwei Jahren mit Fotos versehen wurde, signalisiert Inaktivität.
Lade 2–3 Mal pro Jahr aktuelle Fotos hoch. Außenansicht im aktuellen Zustand, Innenraum oder Arbeitsbereich, Profilbild des Inhabers oder der Inhaberin. Das reicht aus.
Google Posts
Google Posts sind kurzlebige Beiträge im Business Profile — Ankündigungen, Angebote, Ereignisse. Für klassisches SEO haben sie wenig Wirkung. Für KI-Sichtbarkeit sind sie ein Aktivitätssignal: ein regelmäßig aktualisiertes Profil wird anders behandelt als ein statisches.
Einmal im Monat ist ausreichend. Keine Hochglanzwerbung nötig — eine kurze, konkrete Ankündigung ("Wir sind auch im August geöffnet" oder "Neue Online-Terminbuchung verfügbar") reicht.
Was das Business Profile nicht ersetzt
Ein vollständig gepflegtes Google Business Profile ist eine wichtige Schicht — aber es ersetzt nicht die strukturierten Daten auf der Website. Es setzt außerdem konsistente Unternehmensdaten über alle Plattformen voraus.
Google AI Overviews zieht Informationen aus mehreren Quellen. Das Business Profile ist eine davon. Schema Markup auf der Website ist eine andere — und für spezifische Fachgebiets-Anfragen oft die verlässlichere Quelle.
Wer beides hat — gepflegtes Business Profile und vollständiges Schema Markup auf der Website — hat die stärkste Ausgangsposition.
Timo Birck betreibt TB Webdesign, eine Webdesign- und GEO-Agentur in München.
