40 % der Münchner Kanzleien laden Tracker — nur jede zweite hat einen Cookie-Banner
40 % der Münchner Anwaltskanzleien laden Google Analytics, Google Fonts oder andere Tracker — aber nur 48 % haben überhaupt einen Cookie-Banner. Zahlen aus derselben 91-Kanzleien-Stichprobe, neu ausgewertet.
Studie (leicht) — n = 91 Kanzleien (83 erreichbar). Dieselbe Stichprobe wie meine KI-Sichtbarkeits-Studie, neu ausgewertet auf ein anderes Kriterium.
Ich habe dieselben 91 Münchner Anwaltskanzleien, die ich für meine KI-Sichtbarkeits-Studie geprüft habe, noch einmal durch den Filter geschickt — diesmal nicht auf KI-Sichtbarkeit, sondern auf Tracker und Cookie-Banner. Der Auftakt einer neuen, losen Serie: kleine, ehrliche Zahlen zu technischen Eigenschaften Münchner Websites. Keine Namen, keine Rankings einzelner Firmen — rein informativ.
Die Zahlen
- 40 % (33/83) der erreichbaren Kanzlei-Websites laden mindestens einen Tracker (fast ausschließlich Google Analytics/Tag Manager).
- 48 % (40/83) haben überhaupt einen Cookie-Consent-Banner.
- 11 % (9/83) laden einen Tracker ohne Cookie-Banner — das ist der rechtlich interessante Wert (§ 25 TDDDG verlangt Einwilligung vor dem Laden).
- 2 % (2/83) haben kein auffindbares Impressum, 5 % (4/83) keine auffindbare Datenschutzerklärung.
Was am häufigsten geladen wird
| Dienst | Anteil |
|---|---|
| Google Analytics / Tag Manager | 40 % (33/83) |
| Google Fonts (extern, ungehostet) | 24 % (20/83) |
| Google Maps (eingebettet) | 11 % (9/83) |
| Fremd-CDN (Skript/Schrift) | 10 % (8/83) |
| reCAPTCHA | 7 % (6/83) |
| YouTube (ohne nocookie-Domain) | 5 % (4/83) |
| Meta Pixel | 2 % (2/83) |
Einordnung
Die 11 % mit Tracker ohne Banner sind der eigentliche Befund: Das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Einwilligung, die fehlt, bevor Daten schon fließen. Die übrigen 89 % lösen das Problem nicht unbedingt sauberer — viele vermeiden einfach den Tracker komplett (60 % laden gar keinen), was rechtlich am wenigsten Angriffsfläche bietet und nebenbei auch schneller lädt.
Google Fonts extern eingebunden (24 %) ist der zweithäufigste Befund und wird oft übersehen: Das ist kein "Tracking" im engeren Sinn, aber ein Datentransfer in die USA bei jedem Seitenaufruf (Art. 44 ff. DSGVO), ganz ohne Cookie-Banner, weil es keine Einwilligungspflicht im engeren Sinn auslöst — nur eben ein Transfer, den die wenigsten Kanzleien bewusst gewählt haben dürften.
Methodik
Dieselbe Stichprobe wie die KI-Sichtbarkeits-Studie: 91 Münchner Anwaltskanzleien, 83 zum Testzeitpunkt erreichbar. Geprüft wurde ausschließlich der Quelltext der Startseite (kein echtes Rendering, keine Interaktion) auf bekannte Tracker-Signaturen, Cookie-Consent-Tools und die Auffindbarkeit von Impressum/Datenschutz-Links. Skript: tracker-datenschutz-check.mjs, öffentlich im selben Repo wie die KI-Sichtbarkeits-Studie: github.com/timothymcqueen/kanzlei-ki-sichtbarkeit-studie.
Grenzen: Reine Quelltext-Analyse — Tracker, die erst nach einer Nutzerinteraktion oder per nachträglichem JavaScript-Reload laden, werden nicht erfasst. Cookie-Banner-Erkennung ist musterbasiert (bekannte Anbieter); ein selbstgebauter Banner ohne dieses Muster würde fälschlich als "kein Banner" gezählt. Einzelne Kanzleien werden nicht genannt.
Timo Birck betreibt TB Webdesign, eine Webdesign- und GEO-Agentur in München.
