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Wir haben 91 Münchner Anwaltskanzleien auf KI-Sichtbarkeit geprüft. Das Ergebnis.
KI-Sichtbarkeit
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August 27, 2026

Wir haben 91 Münchner Anwaltskanzleien auf KI-Sichtbarkeit geprüft. Das Ergebnis.

Studie: 91 Münchner Anwaltskanzleien (85 erreichbar) auf KI-Sichtbarkeit geprüft. 58 % ohne strukturierte Daten, 86 % ohne FAQ-Inhalte, Median 57/100. Methode, Rohdaten und Skript öffentlich, DOI: 10.5281/zenodo.22108316.

Studie 2026: 58% der Münchner Anwaltskanzleien ohne strukturierte Daten, 86% ohne FAQ, Median KI-Sichtbarkeit 57 von 100 — TB Webdesign

Studie — n = 91 Kanzleien (85 erreichbar). Methode und Rohdaten am Ende des Beitrags, Skript und anonymisierter Datensatz öffentlich.

Immer mehr Mandanten suchen ihren Anwalt nicht mehr bei Google, sondern fragen ChatGPT, Perplexity oder Googles eigene KI-Antwort. Die Frage lautet nicht mehr „welche Kanzlei rankt oben?“, sondern „welche Kanzlei empfiehlt die KI?“.

Ich wollte wissen, wie gut Münchner Kanzleien darauf vorbereitet sind. Also habe ich 91 Kanzlei-Websites in München getestet (85 davon waren erreichbar) — nach fünf automatisiert prüfbaren Kriterien, die darüber entscheiden, ob eine KI eine Kanzlei findet, versteht und empfiehlt.

Das kurze Ergebnis: Die meisten Münchner Kanzleien haben ihre Website für die Google-Ära gebaut — aber kaum eine ist für die KI-Ära bereit. Bei der KI-Sichtbarkeit erreicht die Durchschnittskanzlei nur 57 von 100 Punkten — kaum mehr als die Hälfte. Nicht, weil ihre Arbeit schlecht ist — sondern wegen technischer Details, die die meisten gar nicht kennen.

Die wichtigsten Zahlen

  • 58 % (49/85) der erreichbaren Kanzleien haben keine strukturierten Daten — die KI kann nicht zuverlässig erkennen, worum es auf der Seite geht.
  • 86 % (73/85) haben keine FAQ-Inhalte — genau das Format, das KI-Systeme zitieren. Nur 14 % (12/85) hatten welche.
  • Die KI-Sichtbarkeit lag im Median bei 40 von 70 automatisiert messbaren Punkten (≈ 57 von 100, siehe Methodik zur Skalierung).
  • Nur 5 % (4/85) blockieren KI-Crawler aktiv oder liefern nur JS-Inhalte aus — das Problem ist also nicht die Sperre, sondern dass die Seiten für die KI schlicht nichts Lesbares bereithalten.

(Vollständige Methodik, Grenzen und Rohdaten am Ende des Artikels.)

Warum „bei Google ganz oben“ nicht mehr reicht

Jahrelang war das Ziel klar: bei Google auf Seite 1. Das ändert sich gerade grundlegend.

Wenn Google heute eine Frage mit einer KI-Antwort beantwortet, sinkt die Klickrate auf das erste Ergebnis dramatisch — in Deutschland um rund 59 % (SISTRIX). Der Mandant bekommt seine Antwort, ohne je eine Kanzlei-Website zu öffnen. Für allgemeine Fragen („Wie läuft eine Scheidung ab?“) übernimmt das die KI selbst.

Was bleibt, ist die konkrete Absicht: „Ich brauche jetzt einen Anwalt für Arbeitsrecht in München.“ Genau hier entscheidet sich, welche Kanzlei die KI nennt — und welche nicht existiert.

Die 5 Dinge, die KI-Sichtbarkeit entscheiden

1. Strukturierte Daten — kann die KI die Seite überhaupt einordnen?

Eine schön gestaltete Seite reicht der KI nicht. Sie braucht maschinenlesbare Hinweise (sog. JSON-LD): Das hier ist eine Kanzlei, das sind die Fachgebiete, das ist die Adresse, das sind die Bewertungen. Fehlt das, rät die KI — oder ignoriert die Seite. 58 % der erreichbaren Kanzleien hatten gar keine.

2. Lesbarkeit für KI-Crawler

Manche Seiten sperren KI-Bots aus (oft unbeabsichtigt). Andere laden ihre Inhalte erst per JavaScript nach — die KI sieht dann eine leere Seite. 5 % blockieren aktiv oder sind JS-only — der häufigere Fehler ist nicht die Sperre, sondern dass nichts Lesbares angeboten wird.

3. Präsenz bei Bing

Der am meisten unterschätzte Punkt — und einen, den ich in dieser Studie bewusst nicht in die Kennzahlen einrechne (siehe Grenzen-Abschnitt: mein Bing-Check ist unzuverlässig). ChatGPTs lokale Empfehlungen basieren trotzdem auf Bing, nicht auf Google. Den schnellsten Selbsttest können Sie sofort machen: Suchen Sie bei bing.com nach site:ihre-domain.de. Kommt nichts, kennt ChatGPT Sie möglicherweise nicht.

4. Maschinenlesbare Kontaktdaten

Name, Adresse, Telefon müssen als Text vorliegen, nicht als Bild oder PDF. Klingt banal, war aber bei einem relevanten Teil der Seiten unvollständig maschinenlesbar (Details in den Rohdaten).

5. Extrahierbare Inhalte

Klare Antworten auf typische Mandantenfragen, am besten als FAQ. Genau das zitieren KI-Systeme. Nur 14 % der erreichbaren Kanzleien hatten überhaupt FAQ-Inhalte.

Der entscheidende Test (nicht Teil dieser Auswertung)

Am Ende zählt nur eine Frage: Fragen Sie ChatGPT oder Perplexity nach einem „Anwalt für [Ihr Fachgebiet] in München“ — werden Sie genannt? Diese Live-Abfrage habe ich für die 91 Kanzleien nicht systematisch durchgeführt (siehe Grenzen). Machen Sie den Test mit Ihrer eigenen Kanzlei — wie das Schritt für Schritt geht.

Was das praktisch bedeutet

Die gute Nachricht: Das sind technische, behebbare Punkte — keine Frage von Budget oder Kanzleigröße. Eine kleine Kanzlei mit sauber aufgesetzter Website schlägt in der KI-Suche regelmäßig die große mit teurem, aber maschinell unlesbarem Auftritt.

Die schlechte Nachricht: Solange das nicht behoben ist, empfiehlt die KI Ihre Mitbewerber — und Sie merken es nicht einmal, weil dieser „verlorene“ Mandant nie auf Ihrer Seite war.

Wie schneidet Ihre Kanzlei ab?

Ich prüfe Ihre Website nach denselben Kriterien — kostenlos und konkret. Sie bekommen Ihren Wert, die größten Lücken und was zuerst zu tun ist.

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Häufige Fragen

Warum wird meine Anwaltskanzlei nicht von ChatGPT oder Perplexity empfohlen?
Weil die meisten Kanzlei-Websites für KI-Systeme nicht lesbar sind. In meinem Test von 91 Münchner Kanzleien (85 erreichbar) hatten 58 % keine strukturierten Daten und 86 % keine FAQ-Inhalte — genau die Signale, mit denen eine KI eine Kanzlei findet, versteht und empfiehlt. Die Durchschnittskanzlei erreichte nur 57 von 100 Punkten.

Was sind strukturierte Daten und warum braucht meine Kanzlei-Website sie?
Strukturierte Daten (JSON-LD nach Schema.org) sind maschinenlesbare Hinweise: Das ist eine Kanzlei, das sind die Fachgebiete, die Adresse, die Bewertungen. Fehlen sie, rät die KI oder ignoriert die Seite. 58 % der getesteten Kanzleien hatten gar keine.

Reicht eine gute Google-Platzierung für die KI-Suche?
Nein. Wenn Google eine Frage mit einer KI-Antwort beantwortet, sinkt die Klickrate auf das erste Ergebnis in Deutschland um rund 59 % (SISTRIX). Für KI-Empfehlungen zählen andere Faktoren als das klassische Ranking.

Warum ist Bing für ChatGPT wichtig?
ChatGPT bezieht lokale Empfehlungen unter anderem aus dem Bing-Index. Wer bei Bing nicht auffindbar ist, existiert für ChatGPT möglicherweise nicht — unabhängig von der Google-Platzierung. Schnelltest: bei bing.com nach site:ihre-domain.de suchen. (Diese Dimension war in meiner 91er-Studie nicht zuverlässig automatisiert messbar, siehe Grenzen.)

Wie teste ich die KI-Sichtbarkeit meiner Kanzlei?
Fragen Sie ChatGPT oder Perplexity nach einem „Anwalt für [Ihr Fachgebiet] in München“ und prüfen Sie, ob Sie genannt werden. Prüfen Sie zusätzlich, ob Ihre Seite strukturierte Daten enthält und bei Bing indexiert ist.


Methodik

Stichprobe: Ausgangspunkt war eine Liste von 96 Münchner Anwaltskanzleien. 5 davon hatten keine auffindbare Domain und wurden vor dem Test ausgeschlossen — die verbleibenden 91 Kanzleien mit Website sind die Studienstichprobe. Erhebung: Juni 2026, methodisch nachgeprüft und neu gemessen am 26.08.2026 (Details siehe „Nachmessung“).

Gemessene Dimensionen (4 von ursprünglich 6 geplanten, automatisiert):

#DimensionMax. Punkte
1Strukturierte Daten (JSON-LD: LegalService/LocalBusiness/FAQPage/Review)25
2KI-Crawlbarkeit (robots.txt, KI-Bot-Sperren, JS-only-Heuristik, llms.txt)20
3Maschinenlesbare Kontaktdaten (NAP)15
4Extrahierbare Inhalte (FAQ, kein PDF-Versteck, Fließtext-Menge)10

Summe: 70 Punkte. Zur besseren Vorstellbarkeit auf 100 skaliert (Median 40/70 ≈ 57/100). Diese Skalierung ist eine reine Umrechnung, kein zusätzliches Messverfahren.

Ausfälle (6 von 91 = 6,6 %, unter der 15-%-Verzerrungsschwelle):

GrundAnzahl
TLS/Zertifikatsfehler4
HTTP 503 (Server-Fehler)1
HTTP 403 (Zugriff verweigert)1

Alle Ausfälle sind aus der Auswertung ausgeschlossen (85 von 91 fließen ein), nicht als 0 Punkte gewertet.

Nachmessung (26.08.2026)

Die ursprüngliche Erhebung (Juni 2026) wurde erneut ausgeführt, mit zwei Korrekturen, die aus einem späteren, kleineren Benchmark-Lauf (14 Kanzleien, 10.08.2026) stammen:

  1. www.-Fallback ergänzt. Scheitert die nackte Domain, wird zusätzlich www. probiert — ein Zertifikat kann den einen Host abdecken und den anderen nicht. Das rettete 2 der ursprünglich 8 nicht erreichbaren Kanzleien (91 → 85 statt 83 erreichbar).
  2. Fehlerklassen statt Pauschal-„Timeout“. Jeder Ausfall wird jetzt nach tatsächlicher Ursache klassifiziert (TLS/DNS/HTTP-Status/Zeitüberschreitung) statt pauschal als „Timeout“ gemeldet.

Ergebnis der Nachmessung: Die Kernzahlen blieben stabil (58 % vs. ursprünglich 60 % ohne strukturierte Daten, Median weiterhin 57/100) — die Abweichungen erklären sich vollständig durch die 2 zusätzlich erreichbaren Kanzleien, nicht durch neue Fehler. Die Zahlen in diesem Artikel sind die nachgemessenen, korrigierten Werte vom 26.08.2026.

Grenzen dieser Studie

  • Nur die Startseite wurde geprüft. Strukturierte Daten oder FAQ-Inhalte auf Unterseiten (z. B. eigene Fachgebiets-Seiten) fließen nicht ein — die tatsächliche KI-Sichtbarkeit einzelner Kanzleien kann dadurch höher liegen als hier gemessen.
  • Bing-Präsenz wurde nicht gemessen. Mein Bing-Scraping-Check erwies sich als unzuverlässig (Bot-Wall liefert auch bei nachweislich indexierten Domains keine Trefferliste) und wurde bewusst nicht in die Kennzahlen eingerechnet, statt geraten. Für belastbare Bing-Zahlen wären Bing Webmaster Tools oder eine SERP-API nötig.
  • Keine Live-Abfrage bei ChatGPT/Perplexity. Ob eine Kanzlei tatsächlich empfohlen wird, wurde für diese 91 nicht systematisch getestet (ursprünglich als Dimension 6 geplant, mangels API-Zugang nicht umgesetzt).
  • JS-only-Erkennung ist eine Textmengen-Heuristik (wenig sichtbarer Text im Roh-HTML), kein echtes Browser-Rendering. Einzelne Fehlklassifikationen sind möglich.
  • Keine Fachgebiets-Aufschlüsselung. Die Firmenliste enthält kein verlässliches Fachgebiets-Feld — ein Vergleich zwischen Rechtsgebieten (z. B. Familienrecht vs. Arbeitsrecht) ist mit diesem Datensatz nicht möglich.
  • Einzelne Kanzleien werden nicht namentlich genannt. Der veröffentlichte Datensatz ist anonymisiert (Firmen-ID statt Name/Domain) — reproduzierbar für die aggregierten Zahlen, nicht firmenscharf nachvollziehbar.

Offene Daten


Timo Birck betreibt TB Webdesign, eine Webdesign- und GEO-Agentur in München.